Fünfundzwanzig Jahre Kuenstlerbund Suedsauerland

... und wie gestalten Künstler aus drei Generationen ein solches Jubiläum?


Was liegt für eine Künstlergruppe näher, als sich mit der Region zu beschäftigen, in der die zurzeit 25 aktiven Mitglieder ihre Wurzeln haben? Alle sind interessiert an ihrer direkten, täglichen, ästhetischen, natürlichen, kulturellen Umgebung. Es ist unsere Heimat. Die Heimat in den Blick nehmen. Mit dem Makro-Objektiv.

Dass wir uns themenbezogen künstlerisch zu äußern vermögen, haben wir bereits in verschiedenen Projekten gezeigt, so in „Begegnungen – Grenzen“, „Meterware“, „Hautnah“, „Wie man sich bettet...“ und zuletzt in „die sieben Todsünden“.

Anlässlich der diesjährigen Jubiläumsausstellung wurden im Vorfeld zahlreiche Themenvorschläge diskutiert. Sie bewegten sich zwischen witzig, frech, gefühlvoll und sachlich, wie beispielsweise: „Heimatstimmen“, „Perlen vor die Sü-sau“, „www.süß-sauerland.de“, „www.viel-wald-um-nichts.de“, „Heimat–süße Heimat“, „Mein Sauerland“, „www.Sauerland.de“, „Nah dran“...
Den Zuschlag bekam der Titel NAHAUFNAHME, definiert im Sinne von: nah dran sein an dieser Region, an ihren Menschen, ihrem Umfeld, an gesellschaftlichen Entwicklungen und Fehlentwicklungen, am Zeitgeist, an der Geschichte, an der Natur. Nah dran zu sein bedeutet auch, sich einzulassen, mehr zu sehen als der ober- flächliche Betrachter, neue Bezüge herzustellen, Grenzen zu überschreiten. So weitet sich der Blick, über den eigenen Tellerrand, die eigene Region, die eigene Meinung, das eigene Denken hinaus.

Unter diesem Thema finden sich hier die Künstler unseres Bundes zusammen. Sie haben hingeschaut auf den Charakter ihrer Region: Stahl, Architektur, übersehene Details einer Stadt, soziale Interaktionen, Naturimpressionen, Menschen, Verfallenes und Modernes und sich dann der schwierigen Aufgabe gestellt, mit künstlerischen Mitteln ein adäquates Werk zu schaffen und dabei der eigenen Handschrift treu zu bleiben. Dies verlangt zunächst ein hohes Maß an Selbstbefragung und Auseinandersetzung mit der inhaltlichen Aussage zum einen und mit der Entscheidung über die Art der künstlerisch-technischen Vorgehensweise zum anderen.
Ermöglicht wurde diese Ausstellung – wie bereits 12 weitere Gemeinschaftsausstellungen zuvor – durch den Kunstverein Südsauerland e.V., insbesondere durch seinen Initiator und Geschäftsführer Klaus Droste. Als Gründervater und Ehrenmitglied unseres Künstlerbundes begleitet er uns seit unserer Gründung und ebnet uns den Weg in diesen vorzüglichen Ausstellungsort, den Großen Saal des Olper Kreishauses. Hier sind wir seit etlichen Jahren willkommen und genießen das Wohlwollen des Hausherrn, Herrn Landrat Beckehoff und des Kreistages des Kreises Olpe.

Ihnen gilt unser herzlicher Dank, aber auch all denen, die unseren Aktivitäten unauffällig tatkräftig zur Seite stehen. Genannt seien besonders die Gemeinden, in deren Rathäusern wir regelmäßig ein Ausstellungsforum finden und die öffentlichen und sozialen Einrichtungen, welche uns in ihren Auftrag einbinden und somit das Spektrum unserer Möglichkeiten und Fähigkeiten herausfor- dern und erweitern. Und nicht zuletzt reichen uns heimische Unternehmen die Hand, indem sie häufig mit zusätzlichen Aus- stellungsangeboten, Ankäufen oder mit ihrer wertvollen finanziel- len Unterstützung dabei sind.
„... mein Herz schlägt für das Sauerland ...“ mit diesem Titel der Musikgruppe Zoff können wir uns gut und gerne identifizieren, nicht aber mit dem Rest des Songs: von wegen Hinterwäldler, qualmende Misthaufen statt Palmen und verirrte Gartenzwerge. Wir hängen am Puls der Zeit – weit über unsere Region hinaus. So haben sich in den letzten Jahren KünstlerInnen des Künstlerbundes Südsauerland bis nach Polen, Frankreich, Italien, Thailand, Kuba und Mexiko aufgemacht. Zwei unserer Mitglieder halten uns aus ihrer neuen Heimat – Österreich und Portugal – die Treue. Unsere Kunst kennt keine Grenzen, doch wir haben die Bodenhaftung nicht verloren: NAHAUFNAHMEN.
Im Namen meiner Kolleginnen und Kollegen danke ich dem Kunstverein Südsauerland und allen Sponsoren und hoffe, dass dieser Katalog neue Ansichten und Einsichten vermitteln möge.


Marlies Backhaus Vorsitzende des Künstlerbundes Südsauerland e.V.